Interview: No end in sight

1. Stellt euch mal kurz zum Anfang vor, wer was in der Band macht, woher ihr kommt und was ihr für Musik spielt. Was steckt hinter eurem Bandnamen?
Hey, ich bin Dominik und bin Sänger bei NO END IN SIGHT. Uns gibt es jetzt mit ein paar Line-up Änderungen seit November 2004. Wir sind zum Teil aus Backnang, zum Teil aus Stuttgart. Die beiden Gitarren übernehmen bei uns Adam und Micha, den Bass schwingt nach wie vor Alex und Sammy ist der Mann am Schlagzeug.
Wir spielen eine Mischung aus Hardcore und Metal, sind hauptsächlich von Metalbands, wie z.B. IN FLAMES oder AT THE GATES inspiriert worden. Kann sich aber jeder gerne sein eigenes Bild davon machen.
Als wir die Band gegründet haben, waren wir eigentlich noch eine Punkband, also keine Metal- und wenig Hardcore-Einflüsse. Bei der Suche nach einem Namen, fiel mir dann eben NO END IN SIGHT ein, was sich schon damals darauf bezogen hat, niemals aufzugeben, vor allem im Kampf gegen Faschismus und Rassismus.

2. Ihr habt seit letztem Jahr eurer zweites Album „When Walls Break Down“ draussen. Was bedeutet (für euch persönlich) der Titel? Um was geht es in den Liedern?
Könnt ihr dem Leser erklären, ob und inwieweit sich die Musik und die Texte zu eurem alten Songs verändert hat?

Ich muss dich leider berichtigen, Tobi: Es ist unser erstes Album. Wir hatten davor eine Split-CD herausgebracht.
Der Titel kann sehr viele Bedeutungen haben. Meine Auffassung bezieht sich auf den Titelsong „Break These Walls“, indem es darum geht, dass wir Menschen in einer Art Gefangenschaft des Staates sind, da dieser Staat uns tagtäglich vorschreibt was wir zu tun und zu lassen haben. Würden die Wände die der Staat um uns herum baut fallen, wären wir frei. Für mich bedeutet der Titel Freiheit.
Die anderen Songs handeln von Freundschaft, Angst und weiteren gesellschaftlichen Problemen.
Die Songs haben sich hauptsächlich musikalisch verändert. Früher hatten wir gezielt keine Strukturen in den Songs, z.B. 8 verschiede Parts und keine Wiederholungen. Doch das ging uns irgendwann auf die Nerven, also fingen wir an Riffs zu schreiben, die direkt ins Ohr gehen und wiederholten diese dann auch im Song. Dadurch entstanden Strukturen bei unseren Songs.

3. Wie haben die Fans reagiert? Seid ihr mit den Resonanzen der Medien zufrieden?

Von unseren „Fans“ oder Kumpels haben wir eigentlich viel positives Feedback bekommen. Die Medien waren geteilter Meinung. Manche Magazine empfehlen uns weiter, manche schmeißen uns weg ;-) Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Es schadet uns gar nicht auch schlechte Reviews über uns zu lesen. Das pusht uns nur besser zu werden.

4. Da ihr ja das Personal durchgewechselt habt, vor allem am Mikrofon, wäre es spannend zu erfahren, wann die neue Scheibe erscheint.

Hm, bis jetzt haben wir keine neue Platte geplant, werden aber neue Songs schreiben und im November ein-zwei Songs aufnehmen, was mit denen geschieht bleibt abzuwarten ;-)

5. Was heisst Touren für euch? Flucht aus dem Alltag, Stress, oder Party?
Na ja, ich denke mal Stress ist es auf jeden Fall nicht! Party is es auf jeden Fall, es ist immer die beste Zeit on the road zu sein, da wird mir jede Band zustimmen. Und den Alltag lässt man dadurch auch erst mal Alltag sein ;)

6. Was für interessante Städte und Länder habt ihr bereist? Gibt es da eine besondere nette/schreckliche Anekdote zu erzählen?

Also wir waren in Holland, Belgien, Luxemburg, Österreich, Schweiz, Italien und Deutschland halt. Schrecklich war eigentlich nur das eine Mal in Berlin:
1. Es waren nur fünf Leute da, und das waren die fünf von der Band die mit uns auf Tour war ;)
2. Die Schlafgelegenheit war dort mehr als widerlich. In irgend so einem Haus, indem nur Junkies gepennt haben, mussten wir die Nacht verbringen. Zum Glück war meine Nacht sehr kurz.

7. Ihr tourt bald wieder. Wollt ihr mal kurz anschneiden, wo es euch überall hin verschlagen wird?
Dieses Mal geht es nach Schweden, Dänemark, und wieder Holland, Belgien und Deutschland. Freuen uns schon riesig drauf. Die Dates stehen auf unserer myspace-Seite ;-)
Unser Tourposter ist auch schon in Arbeit. Freu mich übrigens sehr über die Zusammenarbeit mit BACKNANG HARDCORE.

8. Was positiv auffällt, ist auf eurer CD und Myspace-Seite eure antifaschistische Haltung. Wie wichtig ist für euch dieses Thema persönlich aber auch in eurer Musik? Habt ihr als Band negative Erlebnisse gehabt, da ja der Abschaum versucht, sich im Hardcore breit zu machen.

Es ist uns SEHR wichtig, dieses Pack zu vertreiben. Ich bin jedoch der Ansicht, dass mich die Leute, die sich gar nicht um die Faschos kümmern, sie einfach so sein lassen, genauso schlimm.
Persönliche Erlebnisse hatte ich noch nicht direkt. Man bekommt halt sehr viel mit, z.B., dass sich einer von denen die Rechte an „Hardcore“ sichern wollte.

9. Was bedeutet Hardcore 2009 für euch? Haben sich die Werte und Einstellungen geändert seit ihr mit der Subkultur in Kontakt gekommen seid?
Traurigen Angesichts stirbt Hardcore aus. Momentan geht’s doch eh nur darum, wer die brutalsten Moshparts spielt oder darum, anderen Konzertzuschauern in die Fresse zu treten.
Doch das will ich nicht als Hardcore bezeichnen. Es ist eher ein Wettstreit nach Ideotie.
Dazu kommt noch, dass sich all die guten alten Hardcore-Bands aus der Gegen auflösen.
Ich hab die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass es wieder besser in der Szene wird.

10. Spielt bei euch Vegetarismus/Vegan oder Straight Edge eine Rolle?.

Bei uns gibt’s zwei Vegetarier, der Rest (leider) frisst und trinkt alles ;) Straight-Edger respektier ich, wäre aber nichts für mich

11. Als Teil der Backnanger Hardcore-Szene, wie bewertet ihr diese? Es existiert das Gefühl, dass musikalisch und Konzertveranstaltungen, alles total einschläft.

Ja, das stimmt allerdings. Früher gab es noch viel mehr gute Konzerte im Juze, aber ich selbst werde dafür sorgen, dass es in Backnnag mit Konzerten wieder Berg auf geht.

12. Was haltet ihr von dem Onlinezine „Backnang Hardcore“?

Eins-A Spitzenklasse!

13 . Letzte Worte oder Grüsse?
Also ich grüß meine Jungs von NEIS und meine Mama. Und ich bedanke mich natürlich bei dir fürs Interview, Tobi.

Falls ihr mehr über NO END IN SIGHT erfahren wollt:
www.myspace.com/noendinsightmetal

Mail: bk-hc@web.de

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