Interview: ComeCloser
1. Stellt euch mal kurz zum Anfang vor, wer was in der Band macht, woher ihr kommt und was ihr für Musik spielt.
Was steckt hinter eurem Bandnamen?
Hallo, willkommen zum wahrscheinlich letzten Comecloser-Interview, da
wir uns im Herbst auflösen werden. Wir sind eine Hardcore/Punk Band aus dem Süden Deutschlands, haben 2 EPs und eine Full-Length in den 8 Jahren unseres Bestehens veröffentlicht. Hagen spielt Schlagzeug, Flo und Wild spielen Gitarre, Bonzo bedient den Bass und ich, Vuki, singe. Urprünglich kommen wir, bis auf Bonzo, der ist Hesse, alle aus dem Raum
Ravensburg, 3 von uns wohnen aber mittlerweile in Stuttgart. Als
Comecloser gegründet wurde, wussten Flo und Hagen nicht, wie sie die
Band nennen sollten. Sie erzählten Matze Our World von der Band und er sagte spontan: nennt sie doch Comecloser ... so sind wir zu unserem
Namen gekommen!
2. Ihr habt seit einigen Monaten eine neue EP ?Distance? draussen. Was bedeutet für euch persönlich der Titel?
Könnt ihr dem Leser erklären, ob und inwieweit sich die Musik und die
Texte zu eurem Vorgängeralbum "Is life worth dying for?" verändert hat?
Für uns persönlich heißt es eine Weiterentwicklung von unserem alten
Stil in eine punkigere Richtung. Musik und Titel gehen daher Hand in
Hand. Textlich habe ich auch mehr über politisch und esellschaftskritische Themen gesungen. Solche Texte gab es auch schon bei "Is Life Worth Dying For?", jedoch überwiegten dort die persönlichen Texte.
3. Ihr wohnt in Stuttgart, Ravensburg und Aulendorf. Wie läuft es mit
dem Proben ab wenn ihr so verstreut wohnt?
Es ist natürlich schwierig, wenn eine Band soweit voneinander entfernt
wohnt. Als wir die Band starteten, wohnte noch jedes Bandmitglied in
oder in der Nähe von Ravensburg. Unsere damalige Bassistin Karin war die erste, die damals nach Ludwigsburg zog und nach und nach verstreuten wir uns alle von Ravensburg bis in den Großraum Stuttgart, hauptsächlich wegen dem Studium. Wir haben uns also in den Jahren ganz gut darangewöhnt.
Früher probten wir noch bei Ravensburg, doch seit ein paar Jahren befindet sich unser Proberaum in Erbach bei Ulm, das ist für jeden ungefähr die Mitte. Als wir noch regelmäßig geprobt haben, trafen wir uns einmal in der Woche, meistens mittwochs.
4. Was heisst Touren für euch? Flucht aus dem Alltag, Stress, oder Party?
Von allem ein bisschen und ich denke es liegt auch an der Qualität der
Tour, welcher der Faktoren am meisten zutrifft. Eine Flucht aus dem
Alltag ist es immer. Ich genieße jede Minute, die ich auf Tour bin und
freue mich jedes Mal irre drauf, mit den Jungs zusammen in einem Bus zu sitzen. Stress war es auch des öfteren, wenn die Fahrten zu lange waren oder die Veranstalter zu unfähig waren oder einfach keine Lust drauf hatten, Konzerte zu machen, sie es aber aus irgendeinem Grund trotzdemmachten. Aber da blickt man meistens mit einem Schmunzeln zurück.
Und Party ist es sehr oft, besonders die letzte Tour, wo wir ja schon
wussten, dass es unsere letzte sein wird, war der Druck eine gute Show
zu spielen nicht mehr ganz so hoch und so konzentrierten wir uns eher
darauf, eine wirklich coole Zeit zusammen zu haben. Was aber nicht
heißt, dass wir auf den Touren davor keine Party gemacht haben. Ich
denke, dass immer wenn sich die Gelegenheit ergab, Comecloser am Start waren eine heftige Sause zusammen zu feiern.
5. Wie seid ihr zu den Auftrittsmöglichkeiten in Polen gelangt? Habt ihr
dort schon mal gespielt?
Auf insgesamt 6 Touren hatten wir Konzerte in Polen. Unser erstes
Konzert dort war auf unserer längsten Tour, im Frühjahr 2004. Wir sind,
soweit ich weiß, an die ersten Shows über die Jungs von Faust Again
gelangt, ebenso hatte unser damaliger Booker auch Kontakte dort hin, hat uns Shows besorgt und seither ist das ganze gewachsen und wir freundeten uns mit Alec an, der dann sehr viele Shows für uns dort gebucht hat.
Ebenfalls auf der ersten Tour lernten wir Agatha und Pawel von In Our
Hands kennen, die alle unsere Releases in Polen raus brachten. Wir haben uns einen sehr guten Namen über die Jahre in Polen erspielt und wenn ich an unsere letzte Show in Polen denke, dann war das für jeden von uns eine der besten, wenn nicht die beste Show die wir jemals gespielt haben.
In Polen hatten wir sehr viele Konzerte, bei denen die Leute nur
noch crazy abgingen aber was in Bielsko-Biala los war, ist einfach nicht
in Worten zu beschreiben und ich bin glücklich sowas erlebt zu haben.
6. Was für interessante Städte und Länder habt ihr bereist? Gibt es da eine besondere nette/schreckliche Anekdote zu erzählen?
Ohje, ich könnte jetzt hier seitenweise über schöne Städte / hässliche
Städte schreiben, hahahaha! Schön ist es auf jeden Fall immer, wenn man was von der Stadt sieht und nicht nur die Location in der man spielt und den Schlafplatz. Interessant ist es, wenn die Stadt anders ist, als man es erwartet, in Polen spielten wir unsere erste Show in Gliwice, was eine sehr hässliche Stadt ist. Der Weg dorthin war auch noch sehr
abenteuerlich, weil die Autobahnen noch nicht richtig ausgebaut waren
und wir Polen erlebten, wie wir es uns immer vorstellten. Ein paar Tage
später waren wir auf der gleichen Tour in Rzeszow, 100 km vor der
ukrainischen Grenze, und ich war fasziniert von der wunderschönen und
perfekt restaurierten Altstadt, die ich so nicht erwartet hätte.
7. Ihr spielt bei den Abschiedsshows von Crisis never Ends und More thanEver.
Inwieweit trifft euch das Ende dieser Veteranencombos?
Beide Bands gab es so lange oder noch länger als uns. Wir hatten sehr
viel gemeinsam, auch wenn wir unterschiedliche Musik machten. Wir sind alle Kids der selben Hardcore/Punk-Generation, haben etliche Shows zusammen gespielt und Parties gefeiert. Alle 3 Bands sind ähnlich oft herumgekommen, Morethanever haben ungefähr genauso viele Shows gespieltwie wir (fast 200), Crisis Never Ends wahrscheinlich ein paar mehr. Wir haben sehr viele Erfahrungen geteilt und auf der letzten Morethanever Show waren das bei mir ähnlich Gefühle, wie damals auf de rSidekick-Abschiedsshow. Und abgesehen davon bin ich großer Fan beider Bands!
7b. Wie ich von Hagen erfahren habt, ist es bei im Herbst dieses Jahres auch soweit. Liegt es an der Entfernung, der Zeit oder hat man sich auseinandergelebt?
Richtig. Aufmerksamen Lesern des Interviews wird das auch schon
aufgefallen sein ;)! Nein, keine der beiden Punkte haben uns zu diesem
Split bewogen. Wir sind nach wie vor sehr gute Freunde und die
Entfernung hat jeder in Kauf genommen. Wir spürten einfach, dass andere Dinge in unserem Leben wichtiger werden, wir gaben immer Vollgas bei der Band und das hat in letzter Zeit abgenommen. Wir wollen für uns ein cooles Ende der Band haben, wenn es noch richtig gut läuft und wir den Leuten nicht auf den Sack gehen mit unserer Musik.
7c.Schon Ideen wo die Abschiedsshow steigt und was man dann zu erwarten hat?
Unsere letzte Show findet am Samstag, 3. Oktober 2009 in der Tonne in
Wangen statt. Es wird eine ganz normale Comecloser Show sein, wir waren nie Fans von Release-Shows oder sonstigen gehypten Konzerten, deshalb soll das ganze sehr normal sein.
8. Wird das Loch, was ihr alle nach eurem Ende hinterlasst, irgendwann mal wieder gefühlt?
Seit dem Sidekick-Aus lösen sich ja fast alle nur noch auf?
Naja der Sidekick-Split ist ja jetzt auch schon ein paar Jahre her und
es muss auch weiter gehen, wobei es schon ein enormer Einbruch hier in der Szene war. Es wird auf jeden Fall neue Bands mit den bekannten
Gesichtern geben.
9. Was bedeutet Hardcore 2009 für euch? Haben sich Werte und
Einstellungen geändert?
War früher alles besser oder vieles schlechter?
Ganz ehrlich: früher war fast alles besser! Vielleicht liegt es daran,
dass ich älter werde, vielleicht auch nicht! Ich bezeichne als "früher"
jetzt mal so vor 10-12 Jahren. Damals schrie alles nach Unity, wir
müssen vereint sein, Punks, Hardcore, Emo, Old School, New School,
Metalcore ... würde man das heute machen, hahaha, ich versuche mir das bildlich vorzustellen ... das würde in Massenschlägereien ausarten, weilsich alles was früher gerade noch so zusammen gepasst hat, so weit voneinander weg entwickelt hat. Der Hauptgrund dafür ist die hohe
Popularität dieser Musikarten. Nach dem Untergang von Nu-Metal musste die Industrie was Neues suchen und fand es in dem Hardcore verwanten Spielarten, wie Emocore oder Metalcore. Sehr viel wurde
"verkommerzialisiert", sehr viel wurde "professionell". Bei Dingen, bei
denen man sich früher noch heftig dagegen gewehrt hat, gibt man jetzt
klein bei. Positiv geändert hat sich, dass meiner Meinung nach nicht
mehr so viele Betonköpfe in der Szene sind wie früher, dafür ist die
Trottelquote stark angestiegen. Comecloser sind mit anderen
Punk/Hardcore-Werten groß geworden, das ist auch ein Grund, warum wir es jetzt lassen. Man kann heute fast keine Band mehr "erfolgreich" machen ohne diese Kompromisse einzugehen. Klar, es gibt nach wie vor viele sehr coole neue wie alte Leute in der Szene, es gibt Bands die ihr Dingdurchziehen und viele Ausnahmen, aber in vielen Dingen unterscheidet sich das, was sich heute im entferntesten als Punkrock/Hardcore bezeichnet nicht mehr von dem Pop-Biz. Ich tue mich persönlich sehr schwer unter dieser Vielzahl von Bands und Stilrichtungen für mich zuentscheiden was ich noch als Punk/Hardcore im ursprünglichen Sinn bezeichnen würde und was nicht.
10. Auf eurer MySpace Seite habt ihr ?Meat ist murder? stehen. Seid ihr alle Vegetarier? Wie wichtig ist für euch dieses Thema? Welche Bedeutung hat für euch Straight Edge?
Wir ernähren uns alle fleischlos, kleiden uns ohne Leder, Hagen ist
vegan. Es ist für uns ein wichtiges Thema, da jeder in der Band schon
jahrelang so lebt und das auch schon gemacht hat, bevor es die Band gab.
Der Grund dafür ist, dass wir Sojawurst-süchtig sind. Deswegen waren wir auch so oft in Polen auf Tour, die dortigen Würste sind zusammen mit Bautzner Senf einfach der beste Snack den es gibt und Tierwurstesser wissen nicht, was ihnen entgeht! Spass bei Seite: Meat is murder Still we consume the dead and rotting - Products of violence - We've got to make that change for me, our children, the world!
Straight Edge hat bei uns keine Bedeutung, während der Zeit in der Band war keiner von uns Edge.
11. Letzte Worte oder Grüsse?
Dankeschön Dir für das Interview, ich finde es cool wenn jemand ein
Fanzine macht und nicht das ganze nur konsumiert sondern einen aktiven Platz einnimmt. Danke fürs Lesen, lieber Leser! S'ist diesmal ein
bisschen länger geworden! Da das hier eines der letzten Comecloser
Interviews ist, möchte ich meinen Papa und meine Mama grüßen! Sie haben seit ein paar Wochen DSL zu Hause und vielleicht lesen sie das hier ja zufällig!
Vielen Dank!!!
Grüsse
vuki / COMECLOSER
Was steckt hinter eurem Bandnamen?
Hallo, willkommen zum wahrscheinlich letzten Comecloser-Interview, da
wir uns im Herbst auflösen werden. Wir sind eine Hardcore/Punk Band aus dem Süden Deutschlands, haben 2 EPs und eine Full-Length in den 8 Jahren unseres Bestehens veröffentlicht. Hagen spielt Schlagzeug, Flo und Wild spielen Gitarre, Bonzo bedient den Bass und ich, Vuki, singe. Urprünglich kommen wir, bis auf Bonzo, der ist Hesse, alle aus dem Raum
Ravensburg, 3 von uns wohnen aber mittlerweile in Stuttgart. Als
Comecloser gegründet wurde, wussten Flo und Hagen nicht, wie sie die
Band nennen sollten. Sie erzählten Matze Our World von der Band und er sagte spontan: nennt sie doch Comecloser ... so sind wir zu unserem
Namen gekommen!
2. Ihr habt seit einigen Monaten eine neue EP ?Distance? draussen. Was bedeutet für euch persönlich der Titel?
Könnt ihr dem Leser erklären, ob und inwieweit sich die Musik und die
Texte zu eurem Vorgängeralbum "Is life worth dying for?" verändert hat?
Für uns persönlich heißt es eine Weiterentwicklung von unserem alten
Stil in eine punkigere Richtung. Musik und Titel gehen daher Hand in
Hand. Textlich habe ich auch mehr über politisch und esellschaftskritische Themen gesungen. Solche Texte gab es auch schon bei "Is Life Worth Dying For?", jedoch überwiegten dort die persönlichen Texte.
3. Ihr wohnt in Stuttgart, Ravensburg und Aulendorf. Wie läuft es mit
dem Proben ab wenn ihr so verstreut wohnt?
Es ist natürlich schwierig, wenn eine Band soweit voneinander entfernt
wohnt. Als wir die Band starteten, wohnte noch jedes Bandmitglied in
oder in der Nähe von Ravensburg. Unsere damalige Bassistin Karin war die erste, die damals nach Ludwigsburg zog und nach und nach verstreuten wir uns alle von Ravensburg bis in den Großraum Stuttgart, hauptsächlich wegen dem Studium. Wir haben uns also in den Jahren ganz gut darangewöhnt.
Früher probten wir noch bei Ravensburg, doch seit ein paar Jahren befindet sich unser Proberaum in Erbach bei Ulm, das ist für jeden ungefähr die Mitte. Als wir noch regelmäßig geprobt haben, trafen wir uns einmal in der Woche, meistens mittwochs.
4. Was heisst Touren für euch? Flucht aus dem Alltag, Stress, oder Party?
Von allem ein bisschen und ich denke es liegt auch an der Qualität der
Tour, welcher der Faktoren am meisten zutrifft. Eine Flucht aus dem
Alltag ist es immer. Ich genieße jede Minute, die ich auf Tour bin und
freue mich jedes Mal irre drauf, mit den Jungs zusammen in einem Bus zu sitzen. Stress war es auch des öfteren, wenn die Fahrten zu lange waren oder die Veranstalter zu unfähig waren oder einfach keine Lust drauf hatten, Konzerte zu machen, sie es aber aus irgendeinem Grund trotzdemmachten. Aber da blickt man meistens mit einem Schmunzeln zurück.
Und Party ist es sehr oft, besonders die letzte Tour, wo wir ja schon
wussten, dass es unsere letzte sein wird, war der Druck eine gute Show
zu spielen nicht mehr ganz so hoch und so konzentrierten wir uns eher
darauf, eine wirklich coole Zeit zusammen zu haben. Was aber nicht
heißt, dass wir auf den Touren davor keine Party gemacht haben. Ich
denke, dass immer wenn sich die Gelegenheit ergab, Comecloser am Start waren eine heftige Sause zusammen zu feiern.
5. Wie seid ihr zu den Auftrittsmöglichkeiten in Polen gelangt? Habt ihr
dort schon mal gespielt?
Auf insgesamt 6 Touren hatten wir Konzerte in Polen. Unser erstes
Konzert dort war auf unserer längsten Tour, im Frühjahr 2004. Wir sind,
soweit ich weiß, an die ersten Shows über die Jungs von Faust Again
gelangt, ebenso hatte unser damaliger Booker auch Kontakte dort hin, hat uns Shows besorgt und seither ist das ganze gewachsen und wir freundeten uns mit Alec an, der dann sehr viele Shows für uns dort gebucht hat.
Ebenfalls auf der ersten Tour lernten wir Agatha und Pawel von In Our
Hands kennen, die alle unsere Releases in Polen raus brachten. Wir haben uns einen sehr guten Namen über die Jahre in Polen erspielt und wenn ich an unsere letzte Show in Polen denke, dann war das für jeden von uns eine der besten, wenn nicht die beste Show die wir jemals gespielt haben.
In Polen hatten wir sehr viele Konzerte, bei denen die Leute nur
noch crazy abgingen aber was in Bielsko-Biala los war, ist einfach nicht
in Worten zu beschreiben und ich bin glücklich sowas erlebt zu haben.
6. Was für interessante Städte und Länder habt ihr bereist? Gibt es da eine besondere nette/schreckliche Anekdote zu erzählen?
Ohje, ich könnte jetzt hier seitenweise über schöne Städte / hässliche
Städte schreiben, hahahaha! Schön ist es auf jeden Fall immer, wenn man was von der Stadt sieht und nicht nur die Location in der man spielt und den Schlafplatz. Interessant ist es, wenn die Stadt anders ist, als man es erwartet, in Polen spielten wir unsere erste Show in Gliwice, was eine sehr hässliche Stadt ist. Der Weg dorthin war auch noch sehr
abenteuerlich, weil die Autobahnen noch nicht richtig ausgebaut waren
und wir Polen erlebten, wie wir es uns immer vorstellten. Ein paar Tage
später waren wir auf der gleichen Tour in Rzeszow, 100 km vor der
ukrainischen Grenze, und ich war fasziniert von der wunderschönen und
perfekt restaurierten Altstadt, die ich so nicht erwartet hätte.
7. Ihr spielt bei den Abschiedsshows von Crisis never Ends und More thanEver.
Inwieweit trifft euch das Ende dieser Veteranencombos?
Beide Bands gab es so lange oder noch länger als uns. Wir hatten sehr
viel gemeinsam, auch wenn wir unterschiedliche Musik machten. Wir sind alle Kids der selben Hardcore/Punk-Generation, haben etliche Shows zusammen gespielt und Parties gefeiert. Alle 3 Bands sind ähnlich oft herumgekommen, Morethanever haben ungefähr genauso viele Shows gespieltwie wir (fast 200), Crisis Never Ends wahrscheinlich ein paar mehr. Wir haben sehr viele Erfahrungen geteilt und auf der letzten Morethanever Show waren das bei mir ähnlich Gefühle, wie damals auf de rSidekick-Abschiedsshow. Und abgesehen davon bin ich großer Fan beider Bands!
7b. Wie ich von Hagen erfahren habt, ist es bei im Herbst dieses Jahres auch soweit. Liegt es an der Entfernung, der Zeit oder hat man sich auseinandergelebt?
Richtig. Aufmerksamen Lesern des Interviews wird das auch schon
aufgefallen sein ;)! Nein, keine der beiden Punkte haben uns zu diesem
Split bewogen. Wir sind nach wie vor sehr gute Freunde und die
Entfernung hat jeder in Kauf genommen. Wir spürten einfach, dass andere Dinge in unserem Leben wichtiger werden, wir gaben immer Vollgas bei der Band und das hat in letzter Zeit abgenommen. Wir wollen für uns ein cooles Ende der Band haben, wenn es noch richtig gut läuft und wir den Leuten nicht auf den Sack gehen mit unserer Musik.
7c.Schon Ideen wo die Abschiedsshow steigt und was man dann zu erwarten hat?
Unsere letzte Show findet am Samstag, 3. Oktober 2009 in der Tonne in
Wangen statt. Es wird eine ganz normale Comecloser Show sein, wir waren nie Fans von Release-Shows oder sonstigen gehypten Konzerten, deshalb soll das ganze sehr normal sein.
8. Wird das Loch, was ihr alle nach eurem Ende hinterlasst, irgendwann mal wieder gefühlt?
Seit dem Sidekick-Aus lösen sich ja fast alle nur noch auf?
Naja der Sidekick-Split ist ja jetzt auch schon ein paar Jahre her und
es muss auch weiter gehen, wobei es schon ein enormer Einbruch hier in der Szene war. Es wird auf jeden Fall neue Bands mit den bekannten
Gesichtern geben.
9. Was bedeutet Hardcore 2009 für euch? Haben sich Werte und
Einstellungen geändert?
War früher alles besser oder vieles schlechter?
Ganz ehrlich: früher war fast alles besser! Vielleicht liegt es daran,
dass ich älter werde, vielleicht auch nicht! Ich bezeichne als "früher"
jetzt mal so vor 10-12 Jahren. Damals schrie alles nach Unity, wir
müssen vereint sein, Punks, Hardcore, Emo, Old School, New School,
Metalcore ... würde man das heute machen, hahaha, ich versuche mir das bildlich vorzustellen ... das würde in Massenschlägereien ausarten, weilsich alles was früher gerade noch so zusammen gepasst hat, so weit voneinander weg entwickelt hat. Der Hauptgrund dafür ist die hohe
Popularität dieser Musikarten. Nach dem Untergang von Nu-Metal musste die Industrie was Neues suchen und fand es in dem Hardcore verwanten Spielarten, wie Emocore oder Metalcore. Sehr viel wurde
"verkommerzialisiert", sehr viel wurde "professionell". Bei Dingen, bei
denen man sich früher noch heftig dagegen gewehrt hat, gibt man jetzt
klein bei. Positiv geändert hat sich, dass meiner Meinung nach nicht
mehr so viele Betonköpfe in der Szene sind wie früher, dafür ist die
Trottelquote stark angestiegen. Comecloser sind mit anderen
Punk/Hardcore-Werten groß geworden, das ist auch ein Grund, warum wir es jetzt lassen. Man kann heute fast keine Band mehr "erfolgreich" machen ohne diese Kompromisse einzugehen. Klar, es gibt nach wie vor viele sehr coole neue wie alte Leute in der Szene, es gibt Bands die ihr Dingdurchziehen und viele Ausnahmen, aber in vielen Dingen unterscheidet sich das, was sich heute im entferntesten als Punkrock/Hardcore bezeichnet nicht mehr von dem Pop-Biz. Ich tue mich persönlich sehr schwer unter dieser Vielzahl von Bands und Stilrichtungen für mich zuentscheiden was ich noch als Punk/Hardcore im ursprünglichen Sinn bezeichnen würde und was nicht.
10. Auf eurer MySpace Seite habt ihr ?Meat ist murder? stehen. Seid ihr alle Vegetarier? Wie wichtig ist für euch dieses Thema? Welche Bedeutung hat für euch Straight Edge?
Wir ernähren uns alle fleischlos, kleiden uns ohne Leder, Hagen ist
vegan. Es ist für uns ein wichtiges Thema, da jeder in der Band schon
jahrelang so lebt und das auch schon gemacht hat, bevor es die Band gab.
Der Grund dafür ist, dass wir Sojawurst-süchtig sind. Deswegen waren wir auch so oft in Polen auf Tour, die dortigen Würste sind zusammen mit Bautzner Senf einfach der beste Snack den es gibt und Tierwurstesser wissen nicht, was ihnen entgeht! Spass bei Seite: Meat is murder Still we consume the dead and rotting - Products of violence - We've got to make that change for me, our children, the world!
Straight Edge hat bei uns keine Bedeutung, während der Zeit in der Band war keiner von uns Edge.
11. Letzte Worte oder Grüsse?
Dankeschön Dir für das Interview, ich finde es cool wenn jemand ein
Fanzine macht und nicht das ganze nur konsumiert sondern einen aktiven Platz einnimmt. Danke fürs Lesen, lieber Leser! S'ist diesmal ein
bisschen länger geworden! Da das hier eines der letzten Comecloser
Interviews ist, möchte ich meinen Papa und meine Mama grüßen! Sie haben seit ein paar Wochen DSL zu Hause und vielleicht lesen sie das hier ja zufällig!
Vielen Dank!!!
Grüsse
vuki / COMECLOSER
tobicore - 21. Jun, 21:56










